DSG-Revision - Kantone uneinheitlich unterwegs
Im September tritt das neue Datenschutzgesetz (DSG) in Kraft. Die Kantone sind mit der Überarbeitung der jeweiligen kantonalen Gesetze beschäftigt. In den meisten Kantonen ist dieser Prozess jedoch noch nicht abgeschlossen.

In Freiburg hat der Staatsrat die Revision des kantonalen Gesetzes über den Datenschutz (DSG) abgeschlossen. "Inspiriert vom neuen Bundesgesetz und den europäischen Referenztexten passt es das kantonale Recht an die neuen Standards dieses sich rasch entwickelnden Rechtsgebiets an", heisst es in der Mitteilung der Staatskanzlei. Der Grosse Rat wird den Gesetzesentwurf im Herbst behandeln.
Das heisst also, dass der Kanton sein Datenschutzgesetz nicht angepasst haben wird, wenn das DSG auf Bundesebene in Kraft tritt. Wahrscheinlich wird dies erst 2024 erfolgen, wie Martine Stoffel, die kantonalen Beauftragten für den Datenschutz ad interim.
Kein Einzelfall
Der Kanton ist kein Einzelfall: Laut der Konferenz der Schweizerischen Datenschutzbeauftragten (Privatim) sind die jeweiligen Revisionen in einer Mehrheit der Kantone noch nicht so weit.
Diese Diskrepanz zwischen den Staaten und dem Bund hat jedoch keine zusätzlichen Konsequenzen. Jeder Kanton ist autonom. Auf Anfrage erinnert die Sprecherin des Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB) daran, dass dieser nicht "die Aufsichtsbehörde oder hierarchisch übergeordnete Behörde der Kantone" ist. Zudem sind die Anwendungsbereiche des Bundesgesetzes oder der kantonalen Gesetze nicht dieselben.
"Ist der Bund zuständig, sind es die Kantone nicht und umgekehrt", fasst Beat Rudin, ein Mitglied von Privatim, zusammen. Der Datenschutzbeauftragte des Kantons Basel-Stadt betont, dass die Kantone und der Bund bereits im August 2018 mit den EU-Gesetzen hätten übereinstimmen müssen. Doch nur der Aargau habe diese Frist eingehalten.
In zwei Schritten
Das Büro des EDÖB erinnert auch daran, dass der Bund die Anpassungen in zwei Schritten vornahm. Zunächst mit der Übernahme der EU-Richtlinie 2016/680. Diese soll die Datenbearbeitung im Rahmen der Strafverfolgung und der polizeilichen und justiziellen Zusammenarbeit mit den Schengen-Staaten regeln. Und anschliessend mit der Revision des DSG, die unter anderem darauf abzielt, internationalen Entwicklungen Rechnung zu tragen, insbesondere den Reformen des Europarats (Übereinkommen 108+) und der EU (Datenschutzverordnung (EU) 2016/679 (DSGVO)).
Auf seiner Informationsseite, die der "Stärkung des Datenschutzes" gewidmet ist, erklärt das Bundesamt für Justiz (BJ), dass die Arbeiten zur Anpassung an die einschlägigen EU-Gesetze "unerlässlich sind, damit die EU die Schweiz weiterhin als Drittstaat mit einem ausreichenden Datenschutzniveau anerkennt, so dass die Möglichkeit des Datenaustauschs mit der Schweiz ohne Hindernisse erhalten bleibt".
Die "guten" Kantone …
Laut den von Privatim zusammengestellten Informationen haben die Kantone bereits die Revision des Datenschutzgesetzes in den kantonalen Gesetzen umgesetzt:
- Aargau
- Appenzell Innerrhoden
- Basel-Landschaft
- Glarus
- Jura/Neuenburg (interkantonale Vereinbarung)
- Luzern
- St. Gallen
- Schaffhausen
- Schwyz
- Zug
- Zürich
Andernorts ist das Verfahren noch nicht abgeschlossen und befindet sich in verschiedenen Phasen.
... und die "weniger guten"
Vier Kantone befinden sich noch in der Anfangsphase der Überarbeitung - die jeweiligen Gesetzesentwürfe sind dort noch nicht in der Vernehmlassung. Dabei handelt es sich um die folgenden Kantone:
- Graubünden
- Nidwalden
- Solothurn
- Thurgau
Das könnte Sie auch interessieren: Adrian Lobsiger, der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (EDÖB), ordnet im Interview die Neuerungen beim DSG ein und spricht darüber, wo noch Handlungsbedarf besteht und welche Veränderungen wohl noch am meisten zu reden geben. Was der EDÖB zum neuen Datenschutzgesetz sagt, lesen Sie hier.

Check Point bestätigt und relativiert Datendiebstahl

Arctic Wolf tourt mit neuen Features durch die Schweiz

Wie man Upselling am POS nicht machen sollte

Microsoft führt Quick Machine Recovery für Windows 11 ein

WatchGuard und BOLL: Jahrzehntelange Zusammenarbeit mit Zukunft

BACS warnt Reisende nach Grossbritannien vor Betrug mit ETA-Anträgen

Update: Oracle bestreitet einen mutmasslichen Datendiebstahl – und warnt vor einem anderen

Was die Schweizer IT-Bedrohungslandschaft im März geprägt hat

Zertifizierungsschema der ZHAW ermöglicht Risikoprüfungen von KI-Systemen
