Digitale Kriminalität nimmt in der Schweiz weiter zu
Seit 2020 hat sich die Anzahl der digitalen Straftaten in der Schweiz mehr als verdoppelt. Vor allem wirtschaftliche Cyberverbrechen und digitale Sexualdelikte wurden im Jahr 2024 häufiger registriert. Rückläufig waren gegenüber Vorjahr hingegen Fälle von Rufschädigung oder illegalen Aktivitäten im Darknet.

In der Schweiz hat die digitale Kriminalität in den vergangenen Jahren zugenommen. Die Zahl der digitalen Straftaten habe sich seit ihrer erstmaligen Auswertung im Jahr 2020 mehr als verdoppelt, meldet das Bundesamts für Statistik (BFS). Demnach registrierte die polizeiliche Kriminalstatistik insgesamt 59'034 Cyber-Verbrechen, was einem Zuwachs von 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Kriminalstatistik gliedert Cyber-Verbrechen in die fünf Bereiche Cyberwirtschaftskriminalität, Cybersexualdelikte, Cyberrufschädigung und unlauteres Verhalten, Darknet sowie anderes.
Über 90 Prozent der 2024 registrierten Tatbestände fallen demnach in die Kategorie Cyber-Wirtschaftskriminalität. Allein bei Phishing-Angriffen stellte das BFS einen Zuwachs von 56,2 Prozent fest, während Missbrauchsfälle von Online-Zahlungssystemen und Werkarten sowie Identitätsdiebstahl sogar um 104,8 Prozent zugenommen hätten. Wie es weiter heisst, hängt diese Zunahme aber auch mit Artikel 179decies des Strafgesetzbuches zusammen, der seit 1. September 2023 in Kraft ist und Identitätsmissbrauch ahndet.
Mit 2922 bestätigten Tatbeständen waren Vergehen im Bereich Cybersexualdelikte die zweithäufigsten digitalen Verbrechen im Jahr 2024. Auch sie haben gegenüber dem Vorjahr zugenommen. Fälle von Cyberrufschädigung und unlauterem Verhalten sind allerdings zurückgegangen. Überraschenderweise wurde für das Jahr 2024 in der Schweiz kein illegaler Handel im Darknet festgestellt.
Um die Bekämpfung von grenzüberschreitender Kriminalität effizienter zu machen, passt der Bundesrat das Gesetz zum Informationsaustausch im Schengen-Raum an. Das geschieht als Reaktion auf eine bereits erfolgte Anpassung seitens der EU. Das Parlament hat das revidierte Gesetz angenommen. Lesen Sie hier mehr dazu.
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